Verlag Bernd Detsch: Vermeer – Meisterwerke im Detail
Publikationen

Johannes Vermeer –
Meisterwerke im Detail

Schreibe einen Kommentar

Als zweiten Band in der Reihe Meisterwerke im Detail freuen wir uns, Ihnen im April 2017 die Neuerscheinung „Vermeer – Meisterwerke im Detail“ vorzustellen.

Die Publikation rückt die großen und kleinen Details in Johannes Vermeers Gemälden in den Mittelpunkt der Betrachtung: die Kleidung der Frauen, die geradezu sinnliche Darstellung der Stoffe, der präzise ausgearbeitete Faltenwurf, die feinen Spitzen und Bänder und das reizvolle Spiel von Licht und Schatten auf den Oberflächen; die verschiedenen alltäglichen Haushaltsgegenstände wie Krüge und Gläser, denen in den Szenen eine nicht zu unterschätzende Rolle zukommt; Musikinstrumente, deren Saiten zu klingen scheinen; Augen, die auf uns blicken, mit uns zu kommunizieren und uns in das Geschehen einzubeziehen versuchen – diese vielen bemerkenswerten Elemente, die dazu einladen, in Vermeers Welt einzutauchen, werden in über einhundert seitengroßen Bildausschnitten fokussiert.

Vermeer führt die Betrachter zumeist in reich ausgestattete Interieurs, deren Wände Landkarten und Gemälde schmücken. Diese sind jedoch oftmals weit mehr als bloßes schmückendes Beiwerk. Eine Cupido- oder Kupplerinnen-Darstellung, ein Landschaftsbild, ein Porträt oder eine Karte der Niederlande tragen mitunter zur Deutung der dargestellten Szene bei. Die prunkvolle Ausstattung mit Gemälden, Teppichen, Leuchtern und Vorhängen der bürgerlichen Innenräume kontrastiert mit der spartanisch ausgestatteten Küche der Milchmagd. Dort steckt ein Nagel in der kargen, leeren Wand. Klein, kaum sichtbar. Nichts hängt dort. Er scheint funktionslos geworden zu sein. Und gerade deshalb weckt dieses kleine Detail die Neugier der Betrachter: Hing dort etwa ein Gemälde? Und wenn ja, welches und warum wurde es entfernt? Oder war dort etwas ganz anderes befestigt? Dient der Nagel möglicherweise zur Aufhängung eines Küchengegenstandes oder wurde seine Existenz schlichtweg vergessen?

 


Vermeer – Meisterwerke im Detail
Gary Schwartz. Köln 2017. 24 x 32 cm. 280 Seiten mit 165 farbigen Abbildungen. Leinengebunden mit Schutzumschlag. Text in deutscher Sprache. ISBN 9783940602053. 29,95 €


 

Als „Sphinx von Delft“ bezeichnete einst Théophile Thoré-Bürger den Künstler Johannes Vermeer, ein Beiname, der die rätselhafte Mehrdeutigkeit seiner Gemälde hervorhebt. Vermeers Bilder werfen Fragen auf, zeigen sie doch geheimnisvolle Briefe, die geschrieben, gelesen und überreicht werden; gewähren Einblicke in private Räume, in denen Frauen in ihre Beschäftigung und ihre Gedanken versunken sind; verbildlichen Fenster, durch die Licht fällt, aber die keinen Blick nach draußen ermöglichen. Der Inhalt der Briefe, die Gedanken der Frauen und die Umgebung des Hauses bleiben uns verborgen und sind allein unserer Vorstellung überlassen.

Der Autor Gary Schwartz verweist darauf, dass Vermeers Gemälde als frühe „Konversationsstücke“ bezeichnet und dass Kunstwerke in Zeiten, in denen es keine öffentlichen Museen gab, oftmals von mehreren Menschen gleichzeitig angeschaut wurden, die gemeinsam über das Dargestellte und dessen Bedeutung diskutierten. So empfiehlt Schwartz auch für die Nutzung dieses Bandes, „dass man nicht alleine, sondern mit ein oder zwei Personen zusammen die Details betrachtet“ und fügt hinzu, dass das „großzügige Format des Buches auf bequeme Weise die gemeinschaftliche, von Gesprächen begleitete Betrachtung“ begünstigt.

Kenntnisreich und unterhaltsam führt der Autor die Leser durch das Werk und Leben Johannes Vermeers. Alle siebenunddreißig ihm aktuell zugeschriebenen Gemälde werden zunächst einzeln gezeigt und beschrieben. In den Kapiteln, die sich mit verschiedenen Aspekten seines Werks befassen, rücken schließlich die Bilddetails in den Fokus, die großformatig abgebildet und von Schwartz in einen größeren Kontext gebracht, kommentiert und erläutert werden. So erzählt der Autor etwa, dass Vermeer in dreiundzwanzig Ehejahren mit seiner Frau Catharina fünfzehn Kinder bekam, in seinen Gemälden Kinder jedoch seltsamerweise keine Rolle spielten und dass Vermeer einem Bäcker Geld für Brotlieferungen schuldete und ihm deswegen zwei Gemälde überschreiben musste. Im Zusammenhang mit dem Mädchen mit dem Perlenohrgehänge fragt Schwartz, ob der Ohrring, der als Perle Ruhm erlangt habe, wirklich eine Perle sei und führt verschiedene Interpretationen auf, die vermuten dieser könne aus Silber, Zinn, Glas oder Fischschuppen bestehen. Auch das Stövchen in der Küche der Dienstmagd mit Milchkrug nimmt der Autor in den Blick und erklärt, dass dieses als Fußwärmer fungierte und wegen seiner Platzierung unter Frauenröcken nicht selten anstößige Assoziationen hervorrief.

„Vermeer – Meisterwerke im Detail“ legt das Augenmerk auf die manchmal zentralen und auffälligen, manchmal fast verborgenen und scheinbar belanglosen Details im Werk Vermeers und erkundet die Geschichten und Rätsel, die sich in und hinter den Gemälden verbergen.

 


PRESSETEXT VERMEER als PDF


 

Vermeer ist der zweite Künstler aus der Reihe „Meisterwerke im Detail“.
Im Februar 2016 erschien der erste Band Hieronymus Bosch – Meisterwerke im Detail.
Im September 2017 folgt Caravaggio.

 

Zum Autor:

Der Autor Gary Schwartz (geb. 1940, New York) hat sich als Kunsthistoriker auf die niederländische Malerei spezialisiert. Sein besonderes Interesse gilt dabei dem 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter.

In seinen zahlreichen Veröffentlichungen widmet er sich unter anderem Künstlern wie Rembrandt, Hieronymus Bosch und Pieter Saenredam. Gary Schwartz lebt und arbeitet in den Niederlanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.